Gottesdienst zum Beginn der Passionszeit und Orgelmatinée

Gedanken zum weltumspannenden Gebet aller Christinnen und Christen: Unservater

„Tief, lebendig, reich“ so die abschliessenden Worte von Pfarrerin Verena Hubmann zu ihren anregenden Ausführungen zur sechsten Bitte des weltweit bekannten Gebets Unservater.

Die Worte: „Und führe uns nicht in Versuchung .....“ irritieren, weil sie Gott unterstellen, er führe selber aktiv in Erfahrungen der Versuchung hinein. Aber Gott ist weder Zyniker noch Sadist. Stattdessen, wie es der Papst vorschlägt, Satan als Versucher zu bemühen, hilft auch nicht weiter. Die Spannung bleibt. Wir geraten in verschiedenste Versuchungen und erliegen ihnen allzu oft. Das ist teilweise selbstverschuldet, teilweise aber auch Folge unserer diversen Verstrickungen. Gott führt weder in Versuchung, noch aus ihr heraus. Er erspart uns auch herausfordernde und leidvolle Erfahrungen nicht. Aber er ist Kraft in uns, am Leid nicht zu zerbrechen, stets wieder neu anzufangen und zum Wesentlichen im Leben zurückzufinden. Es liegt nahe, bei der sechsten Unservater-Bitte eine andere Übersetzung zu wählen: „Und führe uns IN DER Versuchung, und erlöse uns von dem Bösen.“ Sie geht auf das Aramäische, die Sprache Jesu, zurück und lässt sich leicht in das Unservater-Gebet integrieren, wie wir es in jedem Gottesdienst oder zuhause beten. Probieren Sie es aus! Ausprobieren ist erlaubt und erwünscht; es lässt uns erfahren, dass die alten biblischen Texte auch heute noch leben und uns etwas zu sagen haben.

Am Ende des Gottesdienstes wurden die Anwesenden durch Pfarrerin Verena Hubmann zu der äusserst hörenswerten Orgelmatinée der Organistin Andrea Jäckle eingeladen.

Impressionen von der Orgelmatinée mit Werken von J.S. Bach, J.G. Walther, Max Reger und Johannes Brahms

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Es war für Andrea Jäckle, die am 1. Januar 2018 die Nachfolge von Wilfried Schnetzler in der evangelisch-reformierten Kirche angetreten hat, eine Ehre und Freude, ihr Orgelspiel zu Beginn ihrer Tätigkeit auch ausserhalb eines Gottesdienstes erklingen zu lassen.

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Die junge Andrea Jäckle, welche vor kurzem ihr Masterdiplom im Fach Orgelmusik erworben hat, spielte mit grossem Können, mit viel Musikalität und Hingabe bekannte und weniger bekannte Orgelstücke für die Passionszeit. Sie wählte bewusst Werke aus verschiedenen Stilepochen, von J.G. Walter, Bach, Brahms bis Reger, welche die Zeit des ausgehenden 17. Jh. bis zum Beginn des 20. Jh. abdecken, um hörbar zu machen, was den Komponisten im Zusammenhang mit Ostern wichtig war. Im Werk von Walther „ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ wurde das Lämmlein förmlich hörbar, während das Stück von Reger die Zuhörer mit der Mächtigkeit seines Ausdrucks beeindruckte. 

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J.S. Bach, als auch heute noch unangefochtener Meister der Orgelmusik, war mit dem Präludium und der Fuge in h-moll (BWV 544), dem Leipziger Choral (BWV 656) sowie einem Stück aus dem Orgelbüchlein (BWV 618) zu hören. 

Gedanken zum weltumspannenden Gebet aller Christinnen und Christen: Unservater


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