• h01.jpg
  • h02.jpg
  • h03.jpg
  • h04.jpg
  • h05.jpg
  • h06.jpg
  • h07.jpg
  • h08.jpg
  • h09.jpg

Nacht der Kirchen: Was bleibt?

Podiumsgespräch vom Samstag, 4. November 2017

Es bleiben stimmungsvolle Fotos, Erinnerungen an tolle musikalische Leistungen von Vokalisten und Instrumentalisten, solche an kulturelle und kulinarische Genüsse, an persönlichen Begegnungen und an ein zu Gedanken anregendes Podiumsgespräch, auf welches noch kurz eingegangen werden soll.

Am Gespräch zum Thema „500 Jahre Reformation – was gibt es da zu feiern?“ unter Moderation der Pfarrerin Andrea Anker sind Heidi Eisenhut, Kantonsbibliothekarin, und Martin Sallmann, Professor für Kirchengeschichte, zu Beginn der eingangs erwähnten Fragestellung nachgegangen. Dabei steht eigentlich für beide Referenten nicht das Feiern an sich im Vordergrund, sondern die Analyse, was durch die Reformation vor 500 Jahren ins Rollen gekommen ist. Einhellig sind sich die Referenten darin einig gewesen, dass die Reformation die emanzipatorische Seite des Individuums gestärkt hat. Der Mensch als Individuum ist gefordert worden, nicht ausschliesslich obrigkeitlichem Denken zu folgen, sondern sich auf die Schrift, also die Bibel abzustützen. Aus theologischer Sicht hat die Reformation die Freiheit im Denken gefördert. Nur, war es damals eine als vertikal zu bezeichnende Freiheit, nämlich die Befreiung aus obrigkeitlichem Denken, ist dieses Denken heute zu einer allumfassenden Freiheit geworden. Und ob eine solche Freiheit nicht auch zu Orientierungslosigkeit führt, ist zwar angesprochen, wohl zu Recht aber unbeantwortet geblieben.

Abschliessend befassten sich die Referenten mit den Fragestellungen, was von den reformatorischen Anliegen umgesetzt worden ist und was die im Appenzellerland zu Ende gehenden Jubiläumsveranstaltungen letztlich bewirkt haben. Und in Beantwortung dieser Fragen zeigten sich Unterschiede, die dem beruflichen Hintergrund der Referenten zuzuschreiben sein dürften. Während Heidi Eisenhut als Historikerin auf die starken politischen und gesellschaftlichen Veränderungen hinwies, welche die Reformation im 15. und 16. Jh. nach sich gezogen hat, bedauert sie, dass die jetzigen Feierlichkeiten kaum über die Kirche selbst hinausgekommen sind. Noch ernüchterter zeigte sich der Theologe Martin Sallmann, der die Reformationsfeierlichkeiten in Deutschland als gesamtgesellschaftlich wahrgenommen spürt, nicht so aber in der Schweiz, wo er eine zu grosse Ansammlung von Einzelveranstaltungen feststellt. Ihre Fülle hat es seiner Ansicht nach verunmöglicht, an eigenen Traditionen zu arbeiten und eigene Wurzeln zu erkennen. Auch die Lektüre der Schrift, das ‚sola scriptura,, das die Reformation mitprägte, ist für ihn, selbst in Fachkreisen, zu kurz gekommen. Ein nachdenklich stimmendes Schlusswort!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren


Fotogalerie

Besucherstatistik

Heute 40 | Gestern 37 | Woche 166 | Monat 673

Aktuell sind 49 Gäste und keine Mitglieder online

© 2017 Evang. Kirchgemeinde Teufen AR, Switzerland
Alle Rechte vorbehalten